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Soziales Zentrum Köln

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Juli 2006

Soziales Zentrum Köln - Idee & Ziele

Ein Soziales Zentrum ist ein selbst verwaltetes Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum für linke Politik und Kultur. Unser Ziel ist es, dort selbstverantwortlich gegen alle Formen von Herrschaft und Diskriminierung zu arbeiten und dem Ganzen ein soziales und solidarisches Miteinander entgegenzustellen.

Wir, dass sind viele junge und weniger junge Menschen, die in einer unabhängigen und freien Art und Weise Politik machen wollen. Wir sind eine heterogene Gruppe, Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen, denen sicher nicht der Mut fehlt zu experimentieren und auszuprobieren. Wir stimmen zwar in einigen für uns wichtigen politischen Grundsätzen überein, haben aber darüber hinaus keine festgelegte politische Linie.

Ein Ort mit politischen, kulturellen kreativen Angeboten, fern von jeder Profitlogik für möglichst viele Menschen ist längst überfällig in Köln. Hier fehlt ein Zentrum, in dem es möglich ist, politische und kulturelle Projekte, Seminare und mehr zu veranstalten. Es gibt keinen Platz, an dem sich Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen treffen können um ihren Fähigkeiten und Interessen nachzugehen und Andere mit diesen zu begeistern, ohne einen materialistischen Tauschwert dafür einzufordern. Uns geht es darum, Informationen und Angebote von Mensch zu Mensch weiterzugeben und nicht gegen Geld zu tauschen. Wir lassen uns nicht an Wirtschaftlichkeit und materiellem Gewinn messen.

Das Soziale Zentrum muss eine Fabrik der Ideen, eine theoretische und praktische Werkstatt der Bedürfnisse, der Erfahrungen und der Wünsche von jedem und jeder von uns sein. Seine Türen sind offen für alle, die diese Grundideen teilen und die wie wir Diskriminierung ablehnen, sich also solidarisch erklären mit von Unterdrückung betroffenen Menschen.
In einem solchen Freiraum geht es nicht nur darum, auf theoretischer Ebene gesellschaftliche Verhältnisse zu kritisieren, sondern diese Kritik in die Reflektion über das eigene Handeln mit einzubeziehen und zu leben. Daher basiert ein Soziales Zentrums auf gelebter Solidarität, Selbstverwaltung und somit auch auf Eigenverantwortung. Gelebte Solidarität soll heißen, ein Umgang miteinander, fern von dem in einer Ellenbogengesellschaft. Denn in dieser werden selbst zwischenmenschliche Beziehungen oft durch Verhaltensweisen bestimmt, die auf den eigenen Profit und Machtausbau fixiert sind. Für uns aber stehen gegenseitigen Unterstützung, Angebote und Austausch von Mensch zu Mensch im Mittelpunkt.

Was heißt das in der Umsetzung?
Solidarisches Handeln ist die gegenseitige Unterstützung in individuellen Lebenslagen um sich nicht auf Institutionen verlassen zu müssen. Ein Soziales Zentrum soll kein Ort sein um nur zu konsumieren, sondern auch um selbst kreativ, produktiv zu sein. Gewinne kommen den gemeinsamen Ressourcen und der Infrastruktur zu Gute.
Da wir Hierarchien ablehnen, sollen diese so weit wie möglich verhindert werden. Ein Plenum all derer, die an dem SZ mitarbeiten wollen entscheidet im Konsens über die Belange des Zentrums. Das kann nur funktionieren, indem Angebot von Allen für Alle geschaffen wird und nicht von Wenigen für viele. Sobald einige keine Verantwortung übernehmen, entstehen automatisch Hierarchien. Um diese Ideen zu verwirklichen ist es auch wichtig, das Handeln in der Gruppe kritisch zu reflektieren.

Das SZ soll ein Raum sein, der zu der Vernetzung linker Strukturen beiträgt, um so die politische Auseinandersetzung und das politische Aktionspotential zu fördern.

Es gibt kein starres Gerüst oder Schema nach dem dies geschehen kann, es ist ein Entstehungsprozess an dem Jede und Jeder partizipieren kann.
Ein Soziales Zentrum stellt nicht das Ende eines politischen Wegs dar, sondern seinen Anfang.



Folgend werden einige Themenbreiche und Fragen aufgeworfen, die bei unseren inhaltlichen Diskussionen wichtig sind. Wir haben keine einheitliche politische Linie und eine solche muss auch nicht entstehen, vielmehr zeigt diese Liste einige Gedanken, die viele von uns beschäftigen. Natürliche konnten aus Platzgründen nicht alle angeführt werden.

Gesellschatliche Machtverhältnisse - Herrschaftsstrukturen

  • In wiefern sind Rassismus, Antisemitismus und Sexismus Spiegel gesllschaftlicher
    Machtverhältnisse?
  • Welche Bedeutung haben diese für den Erhalt gesellschaftlicher Machtverhältnisse?
  • Hierachie abschaffen - Wie geht das?

Nationalismus

  • Wem dienen nationale Grenzen?
  • Nation warum?
  • Welche Rolle spielt Nationalismus für die Identifikation des Menschen?
    (Du bist Deutschland - Wir sind Papst - usw.)

Kolonialismus

  • Wie hat der Kolonialismus des 19. und 20. Jahrhunderts die heutige Weltordnung geprägt?
  • Wie setzt sich Kolonialismus heute fort?
  • Und warum spielt er kaum eine Rolle in linken Diskursen (in Deutschland)?

Repression und staatliche Kontrolle

  • Schutz oder Überwachung?
  • Welche Sicherheit braucht persönliche Freiheit?
  • Welche Rolle spielt die künstliche Produktion von Angst für die Legimitaion staatlicher Kontrolle?

Soziale Gerechtigkeit

  • Was bedeutet/ist/heißt soziale Gerechtigkeit?
  • Wie kann "soziale Gerechtigkeit" erreicht werden?

Kapitalismuskritik

  • Warum müssen alle arbeiten, obwohl es immer weniger Arbeit gibt?
  • Was ist Verwertung und wie ist unser Leben davon bestimmt?
  • Wer oder was ist das Kapital?
  • Fight the player or the game or both: Sind KapitalistInnen Schuld an der Ausbeutung oder sind wir alle Teil des Problems weil Teil des Systems?

Unkommerziell

  • Was ist Unkommerzialität?
  • Wie kann das funktionieren?

Medien - Diskursmacht

  • Welche Rolle spielen Medien für die persöhnliche Weltanschauung?
  • Gibt es ein Medienmonopol in Deutschland und was ist Pressefreiheit?
  • Prägen Medien den gesellschaftlichen Diskurs oder sind sie Spiegel der Gesellschaft?

Religion

  • Welchen Zweck hat Religion für das Individuum, welchen für die Gessellschaft?
  • Wie trägt Religion zum Erhalt von Herrschaft bei?
  • Auf welche Weise kann Glaube instrumentalisiert werden?

Ökologie

  • Was ist ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen?
  • Ist Umweltschutz innerhalb einer Profitmaximierung möglich?
  • Wodurch fördert selbstbestimmtes Leben einen verantwortlichen Umgang mit der Umwelt?
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