Ein Soziales Zentrum ist ein selbst verwaltetes Veranstaltungs- und
Kommunikationszentrum für linke Politik und Kultur. Unser Ziel ist es,
dort selbstverantwortlich gegen alle Formen von Herrschaft und Diskriminierung
zu arbeiten und dem Ganzen ein soziales und solidarisches Miteinander entgegenzustellen.
Wir, dass sind viele junge und weniger junge Menschen, die in einer unabhängigen
und freien Art und Weise Politik machen wollen. Wir sind eine heterogene Gruppe,
Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen, denen sicher nicht der Mut
fehlt zu experimentieren und auszuprobieren. Wir stimmen zwar in einigen für
uns wichtigen politischen Grundsätzen überein, haben aber darüber
hinaus keine festgelegte politische Linie.
Ein Ort mit politischen, kulturellen kreativen Angeboten, fern von jeder
Profitlogik für möglichst viele Menschen ist längst überfällig
in Köln. Hier fehlt ein Zentrum, in dem es möglich ist, politische
und kulturelle Projekte, Seminare und mehr zu veranstalten. Es gibt keinen Platz,
an dem sich Menschen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen treffen
können um ihren Fähigkeiten und Interessen nachzugehen und Andere
mit diesen zu begeistern, ohne einen materialistischen Tauschwert dafür
einzufordern. Uns geht es darum, Informationen und Angebote von Mensch zu Mensch
weiterzugeben und nicht gegen Geld zu tauschen. Wir lassen uns nicht an Wirtschaftlichkeit
und materiellem Gewinn messen.
Das Soziale Zentrum muss eine Fabrik der Ideen, eine theoretische und
praktische Werkstatt der Bedürfnisse, der Erfahrungen und der Wünsche
von jedem und jeder von uns sein. Seine Türen sind offen für alle,
die diese Grundideen teilen und die wie wir Diskriminierung ablehnen, sich also
solidarisch erklären mit von Unterdrückung betroffenen Menschen.
In einem solchen Freiraum geht es nicht nur darum, auf theoretischer Ebene gesellschaftliche
Verhältnisse zu kritisieren, sondern diese Kritik in die Reflektion über
das eigene Handeln mit einzubeziehen und zu leben. Daher basiert ein Soziales
Zentrums auf gelebter Solidarität, Selbstverwaltung und somit auch auf
Eigenverantwortung. Gelebte Solidarität soll heißen, ein Umgang miteinander,
fern von dem in einer Ellenbogengesellschaft. Denn in dieser werden selbst zwischenmenschliche
Beziehungen oft durch Verhaltensweisen bestimmt, die auf den eigenen Profit
und Machtausbau fixiert sind. Für uns aber stehen gegenseitigen Unterstützung,
Angebote und Austausch von Mensch zu Mensch im Mittelpunkt.
Was heißt das in der Umsetzung?
Solidarisches Handeln ist die gegenseitige Unterstützung in individuellen
Lebenslagen um sich nicht auf Institutionen verlassen zu müssen. Ein Soziales
Zentrum soll kein Ort sein um nur zu konsumieren, sondern auch um selbst kreativ,
produktiv zu sein. Gewinne kommen den gemeinsamen Ressourcen und der Infrastruktur
zu Gute.
Da wir Hierarchien ablehnen, sollen diese so weit wie möglich verhindert
werden. Ein Plenum all derer, die an dem SZ mitarbeiten wollen entscheidet im
Konsens über die Belange des Zentrums. Das kann nur funktionieren, indem
Angebot von Allen für Alle geschaffen wird und nicht von Wenigen für
viele. Sobald einige keine Verantwortung übernehmen, entstehen automatisch
Hierarchien. Um diese Ideen zu verwirklichen ist es auch wichtig, das Handeln
in der Gruppe kritisch zu reflektieren.
Das SZ soll ein Raum sein, der zu der Vernetzung linker Strukturen beiträgt,
um so die politische Auseinandersetzung und das politische Aktionspotential
zu fördern.
Es gibt kein starres Gerüst oder Schema nach dem dies geschehen kann, es
ist ein Entstehungsprozess an dem Jede und Jeder partizipieren kann.
Ein Soziales Zentrum stellt nicht das Ende eines politischen Wegs dar, sondern
seinen Anfang.
Folgend werden einige Themenbreiche und Fragen aufgeworfen, die bei unseren
inhaltlichen Diskussionen wichtig sind. Wir haben keine einheitliche politische
Linie und eine solche muss auch nicht entstehen, vielmehr zeigt diese Liste
einige Gedanken, die viele von uns beschäftigen. Natürliche konnten
aus Platzgründen nicht alle angeführt werden.